Ansprüche an die Vorstandsarbeit und Fortbildung im Kleingärtnerverein

Der Vereinsvorstand eines Kleingartenvereins verwaltet häufig weit über hundert Kleingärten. Alle darin organisierten Vereinsmitglieder sind unterschiedliche Menschen mit mehr oder weniger unterschiedlichen Interessen und vielfach verschiedenen Ansprüchen. Jeder besteht darauf nicht nur ordentlich aufgenommen zu werden, sondern auch mindestens einmal jährlich eine korrekte Abrechnung über die Pacht, den Beitrag, die Versicherungskosten, Strom, Wasser usw. zu erhalten.

Gartenfreunde wollen ihre Laube an-, aus-, um- oder neu bauen. Dafür benötigen sie eine Genehmigung durch den Vorstand. Es treten Pilzkrankheiten an Bäumen auf, Wege durch die Anlage sind anders zu gestalten, Hecken richtig zu schneiden usw., hier werden die Fachberater gefragt, die in  jedem Verein tätig sein sollten.

Natürlich gibt es bei mehr als 100 Mitgliedern, Familienangehörigen, Kindern und Freunden, die sich an einem schönen Wochenende in einer Kleingartenanlage tummeln Konflikte, von denen wir erwarten, dass der Vereinsvorstand sie entspannt oder einer Lösung zu führt.

Und dann noch die Jahreshauptversammlung, die mindestens einmal jährlich die Interessen der Mitglieder nach demokratischen Regeln ordnen soll. Die Mitgliederversammlung muss geschickt und gekonnt geführt werden, damit jeder sich einbringen und auf die Argumente des anderen eingehen kann. Natürlich ist hier der Vorstand gefordert.

Um den Anforderungen zu genügen ist ständige Fortbildung notwendig

In den letzten Monaten haben sich zahlreiche Mitglieder von Vereinsvorständen in verschiedenen Städten weitergebildet um den Ansprüchen der Gartenfreunde an eine solide Vereinsführung gerecht zu werden. Wir freuen uns einerseits, dass die Angebote des Landesverbandes auf Fortbildung so gut angenommen werden. Wir wissen aber auch andererseits, dass es nicht nur Spaß macht 6 Stunden und mehr an einem Samstag sich hinzusetzen und über das Zustande kommen von Pachtverhältnissen oder die richtige Kassenführung zuzuhören. Dies ist auch Arbeit, die nur die Gartenfreunde entlohnen können, die gut geschulte Vereinsvorstände haben. Entlohnen, indem sie ihren Leitungen auch Respekt entgegen bringen und die Arbeit nicht schwieriger als nötig machen. Materiell gibt es für die Teilnahme an einem Vorstandsseminar nichts, nicht einmal eine Gehaltserhöhung!

Jeder kann sich einbringen – auch wenn er noch nicht in einem Vorstand ist

Noch immer machen zu wenige mit: Wenn auch der geneigte Leser dieses Artikels Interesse hat, sich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen, wenden sie sich rechtzeitig an ihren Vorstand. Man muss nicht erst in ein Amt gewählt worden sein, um mitzumachen. Solange die Kapazität es zuletzt, ist jeder gerne als Teilnehmer einer Fortbildungsveranstaltung gesehen.

Planen Sie die Themen, zu denen Sie mehr wissen wollen

Neben den Grundlagenthemen, die wir in den vergangenen Jahren behandelt haben, bieten wir weitere interessante Problemfelder an, zu denen es sich lohnt, ein Seminar durchzuführen. Man kann auch einmal eine Vorstandssitzung mit einem  thematischen Schwerpunkt ergänzen oder eine Veranstaltung am Abend durchführen, um genauere Informationen zu erhalten. Wenden sie sich an den Landesverbandsvorstand, wenn sie Interesse an einer Veranstaltung zu den nachfolgend auf geführten Themen oder zu anderen Inhalten haben:

Pachtverhältnis:

Beginn und Ende des Kleingartenpachtverhältnisses.

Vor- und Nachteile eines Kleingartenpachtvertrages mit mehreren Pächtern, z.B. mit Ehegatten.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Mitgliedschaft im Kleingartenverein und dem Abschluss eines Kleingartenunterpacht-Vertrages wichtig?

Was ist eine Stromgemeingemeinschaft – welche notwendigen Inhalte sollte ein Stromlieferungsvertrag in der Kleingartenanlage haben?

Abmahnung und Kündigung eines Kleingartenpachtvertrages durch den Verpächter.

Rechtliche Bedeutung und Haftungsrisiken der Wertermittlung für den Verein, den abgebenden und den übernehmenden Kleingärtner, aber auch für den Schätzer.

Vereinsrecht:

Aufnahme und Ausschluss aus einem Kleingärtnerverein.

Vorbereitung und Durchführung einer Mitgliederversammlung.

Wofür ist das Versammlungsprotokoll – auch das der Vorstandssitzung - wichtig, was muss drinstehen, wer darf es wann und wo einsehen?

Durchsetzen der Gemeinschaftsarbeit oder der Ersatzzahlung – wie geht man richtig mit einander um und hält die Anlage gepflegt und wie behandelt man die Mitglieder des Vereins ihrer Fähigkeit nach angemessen?

Wer trägt die Folgen, wenn der Vorstand einen Fehler macht – notwendige und vernünftige Versicherungen für Vereinsvorstände und Mitglieder.

Kassenführung im Verein:

Haushaltsplan und Jahresabschluss, Beiträge und Umlagen, Buch- und Kontenführung, Rücklagenbildung, Abschreibung, Rechnungs- und Mahnwesen, Abgabenordnung und Gemeinnützigkeit, steuerrechtliche Fragen, Spendennachweise, Aufwandsentschädigungen und Entlohnungen.

Fachberatung und Wertermittlung:

Aufbaukurse: Obst, Gemüse, Kräuter, Stauden … für den Garten; Gehölzschnitt, Veredlung, Pflanzenschutz, Bodenbearbeitung, Kompost, Düngung; Insektenhotels, Teichanlagen und andere Biotope.

Wertermittlung bei Pächterwechsel und Inanspruchnahme von Kleingartenland.

Wie plane ich meine Fortbildungsveranstaltung?

Der Sommer geht aufs Ende zu, Zeit für die Wintermonate zu planen, in denen die Fortbildung durchgeführt werden sollte. Wenn der Kreis- oder Bezirksverband eines der vorgenannten Themen besprechen will, setzten Sie sich rechtzeitig mit dem LNG Vorstand in Verbindung und planen eine Abend- oder Tagesveranstaltung. Auch können sich mehrere Vereine zusammentun, um gemeinsam eine Veranstaltung durchzuführen. Es sollten wenigstens 15 Teilnehmer sein. Der Veranstalter trägt nur seine eigenen Kosten, der Landesverband die der Referenten.

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Aufmerksame Teilnehmer am Seminar in Oldenburg am 16.05.2011

Joachim Lampe (LNG Schatzmeister) versucht ein trockenes Thema lebhaft „rüberzubringen“

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