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Themenseminar in Hameln sehr gut besucht.


Im Vereinsheim des KGV Am See in Hameln trafen sich 42 Gfdinnen und Gfde aus den Bezirksverbänden Celle, Göttingen, Hameln, Hannover-Land, Holzminden, Lehrte sowie aus dem KGV Nienburg und KGV Stadthagen zu einem ganztägigen Seminar mit den Themen "Die Notwendigkeit der Wertermittlung" und "Mitgliederversammlung". Als Referenten waren der Präsident des LNG, Joachim Roemer, und der Schriftführer des LNG, Burkhard Balkenhol, vor Ort.

Gfd Willi Pientok, stelvertretender Vorsitzender des BV Hameln, begrüßte die Teilnehmer sowie die Referenten und wünschte einen guten Verlauf des Seminares.

 

Joachim Roemer erläuterte den Teilnehmern die Notwendigkeit der Wertermittlung. Er ging zunächst auf die Kündigungsentschädigungen nach dem Bundeskleingartengesetz (BKleingG) ein. Nur bei einer Inanspruchnahme von Kleingärten nach dem BKleingG haben der Verein und die Pächter einen Anspruch auf eine Entschädigung. Das gelte für selbst eingebrachte und gegen Entgelt überlassene Bestandteile. Aber nur dann, wenn diese im Kleingarten zulässig und im Falle der Gartenlaube auch genehmigt sind.

Bei einem Pächterwechsel muss eine Wertermittlung vereinbart sein. Entsprechende Regelungen sollten im Pachtvertrag stehen. Dort muss auch festgelegt sein, nach welcher Richtlinie bewertet wird. Die Festsetzung kann so erfolgen, dass die Mitgliederversammlung über die Richtlinie entscheidet, die dann verbindlich anzuwenden ist.

Joachim Roemer riet den Teilnehmern, in ihren Verbänden und Vereinen die Wertermittlung verbindlich zu regeln. Die Wertermittlung diene auch dazu, den ordnungsgemäßen Zustand festzustellen und beim Pächterwechsel eine einwandfreie Übergabe sicherzustellen. Er machte deutlich, dass der kleingärtnerische Nutzwert ermittelt werde. Das entspräche nicht einem möglichen Verkehrswert oder Zeitwert, wie er bei einem Versicherungsschaden ermittelt würde.

Der ermittelte Wert sei auch nicht verbindlich. Entscheidend sei der Preis, auf den sich der aufgebende Pächter und der Nachfolger einigen. Nur dürfe dieser Preis nicht darüber liegen.

Zum Umfang der Wertermittlung warnte Joachim Roemer davor, dass diese keinen gutachterlichen Charakter erhalte. Wertermittler sind keine Sachverständigen. Für ein Gutachten würden ein Vielfaches an Zeit benötigt und erheblich höhere Kosten entstehen. Dem Käufer des Garteninventars muss bekannt sein, dass er sich über den Zustand selber informieren müsse. Das gelte insbesondere für die Gartenlaube.

Die Wertermittler sollten aber auf jeden Fall ihre Arbeit dokumentieren. Die Digitalkamera gehört heute zur Standartausrüstung. Wichtig ist auch, die Ergebnisse genau zu protokollieren und Messergebnisse nachvollziehbar aufzuzeichnen. So kann später alles gut nachvollzogen werden.

 

Burkhard Balkenhol referierte nach dem Mittagessen über das Thema Mitgliederversammlung (MGV), das oberste Organ im Verein. Unterteilt hatte er das Referat in die Vorbereitung einer MGV, die Durchführung einer MGV sowie die Protokollführung und die Anmeldung beim Vereinsregister. Dass die eigene Vereinssatzung zu beachten ist wurde von Balkenhol mehrfach in Erinnerung gerufen. Denn hier steht, wann eine MGV durchgeführt werden muss, welche Fristen bei der Einladung eingehalten werden müssen und in welchen Situationen der Vorstand eine eventuelle zusätzliche MGV einberufen muss. Weiter wurde über den Umgang und die Bekanntmachung von schriftlichen Anträgen an die MGV sowie die Aufgaben des Versammlungsleiters referiert.

Was soll eine Tagesordnung, die übrigen nicht nur für eine MGV sondern auch für eine Vorstandssitzung erstellt werden sollte, enthalten? Eine Formvorschrift oder eine vorgegebene Reihenfolge gibt es hier nicht. Enthalten muss die Tagesordnung das Datum sowie die genaue Uhrzeit des Beginns der MGV. Weitere Punkte sind der Bericht des Vorstandes, Kassenbericht, Revisionsbericht, Haushaltsvoranschlag, Wahlen, Anträge und auch sonst für die MGV wichtige Punkte.

Bei dem Thema Wahlen und Abstimmung über ordnungsgemäß eingereichte Anträge ging der Referent auch auf die notwendigen Mehrheitsverhältnisse ein. Und auch hier sollte immer wieder die Satzung des Vereins zu Rate gezogen werden. Sollte die Satzung hierzu nichts aussagen gelten die gesetzlichen Bestimmungen.

Abschluss des Themenseminares war die Protokollführung bei einer MGV sowie bei Notwendigkeit die Anmeldung beim Vereinsregister. Protokoll sollten zeitnah erstellt werden und sind dauerhaft aufzubewahren. Was sollte warum in einem Protokoll stehen? Diese Frage wurde wie viele weitere Fragen aus dem Kreise der Seminarteilnehmer vom Referenten beantwortet.

Nach knapp sechs Stunden bedankten sich die Referenten Joachim Roemer und Burkhard Balkenhol für die Aufmerksamkeit und die Mitarbeit bei den Seminarteilnehmern und wünschten eine gute Heimfahrt.

Ein besonderer Dank ging an den BV Hameln und den KGV Am See für die sehr gute Bewirtung und Organisation des Tagesseminares.

Joachim Roemer / Burkhard Balkenhol

 

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