2014 –traditionelles und modernes Kleingartenwesen rücken eng zusammen

Im vergangenen Jahr ist das Bundeskleingartengesetz 30 Jahre alt geworden. Seitdem haben die Kleingärtner eine rechtliche, in Deutschland einheitliche Grundlage für ihr Hobby, die ihnen Sicherheit und Preisgarantie gewährt. Trotz der Feierlichkeiten, die mit dem Jubiläum verbunden waren, wurde vielerorts gerne versucht, Kleingartenflächen zur Bebauung heranzuziehen, wenn die Lage der Anlage passend war. Kleingärtner haben sich nie einer dem Wohle der Allgemeinheit geschuldeten städtebaulichen Entwicklung entzogen. Sie werden sich aber stets gegen Einzelinteresse sperren, das unter Wohnungsbau und Stadtentwicklung nur das Fördern von hochpreisigen Bauvorhaben versteht.

Wir werden auch diesen Ansturm überleben und dabei deutlich machen, dass Kleingartenflächen nicht städtebauliche Entwicklung behindern, sondern dazugehören, indem sie denjenigen, die keine Gartenflächen um ihre Häuser vorfinden, den adäquaten Ausgleich bieten. Der Kleingarten ist ein sozialpolitisches und kulturelles Gut, wie Sport, Theater und Kunst, um nur einige wesentliche Angebote einer modernen Stadt zu nennen. Dies wird nicht nur 2014, sondern auch in den folgenden Jahren so bleiben.

Landeswettbewerb „Gärten im Städtebau“

Erst vor wenigen Wochen haben wir die erfolgreichen Kleingärtnervereine am niedersächsischen Landeswettbewerb 2013 „Gärten im Städtebau“ ausgezeichnet. Die Jury hatte es sehr schwer die beste oder die schönste Anlage herauszufinden. Alle, die sich beteiligt haben, haben gewonnen. Sie haben ein ausgezeichnetes Bild vom Kleingartenwesen in Niedersachsen abgegeben. Lebhaft, bunt und sozial engagiert zeigten die Vereine Kleingartenanlagen, in denen es Spaß macht, einen Garten zu haben um hier einen Teil seiner Freizeit und seines Lebens zu verbringen.

Als Erstplatzierter wird der Verein „Gartenfreunde Bockfeld“ aus Hildesheim Niedersachsen in diesem Jahr auf der Bundesebene vertreten. Wir wünschen allen Beteiligten viel Glück, dass sie in Berlin bei der Auszeichnung der besten Kleingartenanlagen Deutschlands ganz vorne dabei sein werden.

200 Jahre organisierte Kleingartenbewegung

Gärten gibt es bereits seit sehr langer Zeit. Noch im letzen Spätsommer sah ich einen Garten, wie er in der Bronzezeit angelegt wurde. Wenn auch die eine oder andere Pflanze für uns heute nicht gewöhnlich ist, zeigt sich doch auch an diesem Beispiel, dass es schon immer ein Bedürfnis der Menschen war, sich gärtnerisch zu betätigen. Die Mischung aus Erholung und Ernährungsanbau wurde 1814 in Kappeln an der Schlei erstmalig organisiert. Hier wurden mehrere Gärten als Kleingartenfläche nebeneinander zusammengeführt. Die sich dort tätigen Menschen organisierten eine Verwaltung ihrer Interessen und konnten somit auf gepachtetem Land erstmals dauerhaft Gärten bewirtschaften. Damit war die Kleingartenbewegung, die dann rasch größer und größer wurde, geboren. Bis heute gibt es in Deutschland mehr als 1 Million Kleingärten und ein Ende an dieser Art der Betätigung in der Natur ist nicht in Sicht. Diese 200 Jahre organisierte Kleingartenbewegung gilt es im Jahre 2014 zu feiern. Zentral werden der Landesverband Schleswig-Holstein und der BDG  zu einem Fest nach Kappeln einladen.

Dritter Bundeskleingärtner Kongress

In Kassel wird im Mai 2014 der dritte Bundeskleingärtnerkongress unter dem Motto stattfinden „Kleingärten – natürlich, bunt, gesund“. Hierzu erwarten die Teilnehmer nicht nur Vorträge von namhaften Referenten, die die soziale und kulturpolitische Rolle der Kleingärten in der Gesellschaft zuordnen werden. Sondern es besteht auf diesem Kongress wiederum die Möglichkeit mit Vertretern der Städte und Gemeinden ins Gespräch zu kommen. Die Kleingärtnerkongresse in Leipzig und Potsdam haben gezeigt, wie sinnvoll derartige Treffen sind. Wir freuen uns auf die Impulse, die von Kassel ausgehen werden.

Unterschiedliche Menschen machen die Kleingärten bunt

 

In den letzten Jahrzehnten hat es große Veränderungen innerhalb der Mitglieder unserer Kleingartenvereine gegeben. Zugezogene Menschen aus vielen Ländern prägen heute unser Vereinsleben gemeinsam mit den Gartenfreunden, die schon immer hier gelebt haben. Wir gehören zu den gesellschaftlichen Gruppen, die im öffentlichen Leben erheblich dazu beitragen, die sich zunehmend verändernde nationale Zusammensetzung der Gesellschaft zusammenzuführen. Damit sind Probleme verbunden, deren Lösungen wir anstreben. Dieses ist uns bisher gelungen und wird uns auch in Zukunft mehr und mehr gelingen. Um es ganz deutlich zu sagen: Kleingärtner sind nicht ausländerfeindlich. In unseren Reihen leben Menschen aus fast 100 verschiedenen Nationen. Sie würden mit uns keinen Garten bewirtschaften, wenn sie sich ausgegrenzt fühlten.

Aus- und Weiterbildung der Vereinsvorstände bleibt wichtige Aufgabe des Landesverbandes

Unsere Selbstverwaltung lebt über den Verein. Immer wieder sind Menschen bereit, Verantwortung zu übernehmen; in den Vorständen unserer Vereine sind es weit über 2.000. Sie müssen unterstützt werden. Dies geschieht durch Beratung und durch Fort- und Weiterbildung. Wir müssen aber auch darauf aufmerksam machen, dass jeder Vorstand eines Vereines die Unterstützung seiner Mitglieder braucht, um richtige Entscheidungen zu treffen und diese im Sinne aller umzusetzen. Vorstandsarbeit wird immer schwieriger. Sie als Mitglieder verlangen immer mehr. Von außen, von den Verpächtern, den Ämtern und vielen anderen werden Vorgaben an die Vereinsvorsitzenden und ihre Vorstandsmitglieder herangetragen, die den einen oder anderen verzweifeln lassen. Trotzdem wird jeder einräumen, der im Vorstand gearbeitet hat, dass die Vorstandsarbeit ihn in seiner Persönlichkeit weiter gebracht hat. Wir alle wünschen uns einen möglichst konfliktfreien Umgang miteinander, erst recht in unserer Freizeit. Sachlichkeit und ein freundschaftlicher Umgang sollten dazu beitragen, dass das gemeinschaftliche Leben im Verein und die Verwaltung der Kleingartenanlage durch entgeltlose ideelle Tätigkeit möglich bleiben.

Von Hamburg nach Papenburg

2013 fand in Hamburg die internationale Gartenschau statt, auf der sich die Kleingärtner – auch wir aus Niedersachsen – hervorragend präsentiert haben. In diesem Jahr findet die niedersächsische Landesgartenschau in Papenburg statt. Ein Besuch wird sich lohnen, auch wir als Landesverband dort nicht dieses Engagement zeigen können.

Hans-Jörg Kefeder

 

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