6. Verbandstag der Niedersächsischen Gartenfreunde in Hildesheim

Hans-Jörg Kefeder zum Präsidenten wiedergewählt

Es war ein harmonischer 6. Verbandstag des Landesverbandes Niedersächsischer Gartenfreunde (LNG). Die fast ausnahmslos einstimmigen Wahlen bestätigten die gute Arbeit des Vorstands in den letzten drei Jahren. 80 Delegierte aus 25 Verbänden, die 282 Vereine mit über 27.000 Mitgliedern vertreten, hatten sich in Hildesheim zum 6. Verbandstag getroffen um über die Zukunft des Verbandes zu entscheiden.

Wiedergewählt wurden: Präsident Hans-Jörg Kefeder (Ganderkesee / Delmenhorst), Vizepräsident Joachim Roemer (Lüneburg), Vizepräsident Erhard Tietz (Seelze / Hannover-Land), Schriftführer Burkhard Balkenhol (Celle) Schatzmeister Joachim Lampe (Hildesheim), stellvertretender Schatzmeister Wolfgang Schünemann (Hameln). Neu gewählt wurden Landesfachberater Peter Kahle und sein Stellvertreter Hans-Udo Hartart (beide Göttingen); stellvertretender Schriftführer ist Friedrich Grünberg (Wolfsburg).

Festakt leitete Verbandstag ein

Zum Festakt begrüßte Präsident Kefeder zuerst Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann, den Präsidenten des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde Dr. Norbert Franke und Hildesheims Oberbürgermeister Kurt Machens begrüßte.

Unter den zahlreichen Gästen waren auch die Abgeordneten des Niedersächsischen Landtags Jutta Rübke und Klaus Krumfuß sowie Arnold Heinrich vom Landesverband (LV) Braunschweig, Dr. Wilfried Hagedorn, LV Sachsen-Anhalt, Dieter Desel, LV Hessen, Thomas Schrader, Kleingärtnerverein Tiefenriede im Bezirksverband Hannover (Stadt), Nils König, Vorsitzender der Schreberjugend Niedersachsen und Oliver Wächter, Geschäftsführer im Wächter-Verlag, Bremen. Besonders begrüßte Präsident Kefeder den Grand Senior des Landesverbandes, den Gründer und langjährigen Präsidenten Dr. Johann B. Walz und als Festredner des Tages den Hörfunkjournalisten Hartmut Brinkmann.

Verhältnis zu Politik und Verwaltung lobenswert

Zu Beginn unterstrich Präsident Kefeder das gute Verhältnis des Landesverbandes zu Politik und Verwaltung in Niedersachsen. „Wir sind ganz bewusst nach Hildesheim gekommen“, wandte er sich an Oberbürgermeister Machens. „Hier in Hildesheim erleben wir die feste Einbindung der Gartenfreunde in die Gemeinschaft Ihrer Stadt, so wie wir sie uns allerorts vorstellen. Sie sind damit ein herausragendes positives Beispiel, dass weit über Niedersachsen in das Bundesgebiet ausstrahlt.“ Auch Landwirtschaftsminister Gert Lindemann dankte Kefeder für das immer offene Ohr und die finanzielle Unterstützung, trotz angespannter öffentlicher Haushalte.“

Das Kleingartenwesen hat Zukunft!

Als wichtigstes Ergebnis der Verbandsarbeit in den vergangenen Jahren hob Kefeder die jetzt vorliegende Arbeit des Ausschusses Zukunft Kleingarten hervor. Der Bericht macht deutlich, dass die Kleingärten in die Zentren unserer Kommunen gehören und dass die Gartenfreundinnen und Gartenfreunde herausragende Leistungen in unserer Zivilgesellschaft erbringen. Für die Zukunft sei es aber wichtig, auf heutige Lebensformen und auf die sehr unterschiedlichen sozialen Gegebenheiten bei den Mitgliedern Rücksicht zu nehmen. Die Führung und Verwaltung der Vereine erfordert Fingerspitzengefühl bei allen Verantwortlichen. Die Schulung unserer Vorstände ist dafür eine unserer wichtigsten Aufgaben im LNG.

Das Miteinander im Verein muss groß geschrieben werden. „Unser gemeinsames Ziel ist die Gestaltung von Freizeit und Erholung durch gärtnerische Betätigung“, zitierte Kefeder den Ausschussbericht. „Die Grundlagen unseres Handelns und unseres Verhältnisses zu unseren Mitgliedern und Besuchern haben wir in einem Leitbild formuliert, dass unserer gemeinsamen Überzeugung entspricht.“

Kleingärtner sind unverzichtbar

Das Lob von Präsident Kefeder griffen Oberbürgermeister Kurt Machens und Minister Gert Lindemann in ihren Grußworten auf.

Für Kurt Machens, der für seine Verdienste um das Kleingartenwesen das Ehrengeschenk des Bundesverbandes erhielt, gehören die Gartenfreunde unverzichtbar zur Stadt Hildesheim. „Sie sind aus dem Bild unserer Stadt nicht wegzudenken“, betonte Machens. Bürgerschaftliches Engagement werde bei den Gartenfreunden groß geschrieben. „Gartenfreunde sind in ihren Vereinen wie eine Kommune organisiert, in der alle Angelegenheiten selber geregelt werden. Integration wird bei Ihnen auf allen Ebenen gelebt. Bei Ihnen sind nicht nur Menschen aus allen Regionen und Kulturen der Erde vereint. Auch soziale Unterschiede verblassen bei der gemeinsamen Arbeit im Verein.“ Die Zusammenarbeit, aber auch der Umgang mit Problemen, gestalte sich so, wie er sich das Miteinander von Politik, Verwaltungen und ehrenamtlich Tätigen in einer Kommune vorstellt. Das Ehrengeschenk nehme er mit großer Freude an.

Hervorragendes Beispiel gelebter aktiver Bürgerkultur

„Als zuständiger Minister für Gartenbau, Gartenkultur und Kleingartenwesen liegt mir der Freizeitgartenbau sehr am Herzen“, begann Minister Gert Lindemann seine Grußworte. Kleingärten stehen für eine große Idee: Sie sind der Gegenpol zu den zu Stein gewordenen Lebensräumen in der Stadt. Ihre grünen Inseln in verdichteten Wohnbezirken und betongrauer Infrastruktur treffen die Bedürfnisse vieler Menschen, die wieder Ruhe und Entspannung in der Natur und in der naturnahen Umgebung suchen.“

Besonders würdigte Minister Lindemann das ehrenamtliche Wirken der Gartenfreunde. „Der organisierte Freizeitgartenbau ist aus unserer modernen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Vor diesem Hintergrund sind Sie ein hervorragendes Beispiel für gelebte aktive Bürgerkultur“, lobte der Minister.

Das Ehrenamt, so der Minister, bedeutet Arbeit und Verantwortung. „Das ist in unserer zum Teil leider sehr beliebig gewordenen Gesellschaft für mich etwas Außergewöhnliches. Die Leistung der ehrenamtlich tätigen Kleingärtnerinnen und Kleingärtner verdient deshalb unser aller Respekt und Anerkennung.“ Ohne ihr vorbildliches und aktives Engagement sähe das Stadtleben weit weniger bunt aus. „Machen Sie weiter so!“ rief Minister Lindemann den Delegierten zu. „Möge der grüne Daumen auch zukünftig immer nach oben zeigen!“

Niedersachsen – eine Erfolgsbilanz

Die Vielzahl Ihrer Leistungen, hier in Niedersachsen, in einem Grußwort zu erwähnen, dafür reicht die Zeit nicht aus. Der LNG ist für den Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) immer wieder beispielgebend für ganz Deutschland, wenn es um eine positive Darstellung des Kleingartenwesens geht, betonte BDG – Präsident Dr. Norbert Franke. Ob Therapiegärten in Hildesheim, das Grüne Klassenzimmer in Lüneburg, Schulgärten in Rotenburg oder die Erfolge bei den Bundeswettbewerben, zuletzt mit dem Sonderpreis für Wathlingen, Niedersachsen hat viel zu bieten, von dem andere Verbände lernen können. Das besonders gute Miteinander von Politik und Verwaltung und den Verbänden und Vereinen hier in Hildesheim, aber auch in Lüneburg und anderenorts, ist Ansporn für alle Kommunen.

Leitbild des Städtetags umsetzen

Große Hoffnung setzt Dr. Franke in das kürzlich vom Deutschen Städtetag verabschiedete Leitbild zum Kleingartenwesen in Deutschland. „Das Leitbild enthält viele gute Handlungsfelder für eine zukünftige positive Entwicklung des Kleingartenwesens in allen Teilen unseres Landes. Das ist besonders dort wichtig, wo durch die demografische Entwicklung und den Rückgang der Bevölkerung auf der einen Seite oder den Druck auf Kleingärten in Zuzugsregionen auf der anderen Seite, die Verhältnisse nicht immer einfach sind. Hier gilt es, durch die Anwendung des Leitbildes Vertrauen zu schaffen. Das wiederum steigert das Engagement der Vereine mit ihren Mitgliedern.

Dr. Franke forderte die Vertreter der Kommunen auf, mit den Verbänden und Vereinen vor Ort in einen offenen Dialog zu treten um das Leitbild zu verwirklichen. Der BDG werde sich seinerseits intensiv beim Bund und in den kommunalen Spitzenverbänden dafür einsetzen.

Grün für nachfolgende Generationen

„Wir müssen heute in das Grün investieren, damit unsere nachfolgenden Generationen die Rendite ernten können. Dazu gehören unverzichtbar unsere Kleingärten als fester Bestandteil des öffentlichen Grüns“, unterstrich Dr. Franke sein Grußwort.

Zum Abschluss sagte Hildesheims Bezirksvorsitzender Hans-Joachim Handelmann, dass sich sein Verband gerne um die Ausrichtung des Verbandstages gekümmert habe. Er freute sich, dass er als gastgebender Verband das gute Miteinander in der Stadt vorstellen konnte. Lange Jahre habe er den Verein Vier Linden geführt, gegenüber der geschichtsträchtigen Veranstaltungshalle, in der der Verbandstag durchgeführt wurde. Der Kontakt zur Politik war und ist in Hildesheim wichtig. Das zeigte sich auch an den anwesenden Mitgliedern des Niedersächsischen Landtags. Die Abgeordnete Jutta Rübke ist seit vielen Jahren Mitglied im Verein Vier Linden.

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