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Wahlen mit großer Zustimmung
Foto: Frank Nesslage

Verbandstag des BDG
LNG unterstützt neues Präsidium
Der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V. (BDG) hat ein neues Präsidium. Mit großen Mehrheiten wurden die Kandidaten in ihr Amt gewählt. (Siehe Gartenfreund 10/2015)

Für den Landesverband Niedersächsischer Gartenfreunde e.V. (LNG) hatten Burkhard Balkenhol, Peter Kahle, Manfred Ebs, Wolfgang Schünemann, Joachim Roemer und als Gastdelegierte Andrea Marquardt teilgenommen. Andrea Marquardt beschreibt in ihrem Beitrag ihre Eindrücke vom Verbandstag.

Zum einmütigen Wahlergebnis trugen auch die Delegiertenstimmen des LNG bei. Mit vielen der nun gewählten Präsidiumsmitglieder hat der LNG bereits über viele Jahre ein vertrauensvolles, freundschaftliches Verhältnis. Wir gratulieren zur Wahl und freuen uns auf eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit.

Wichtig für den LNG war auch die einstimmige Verabschiedung des Positionspapiers. „Nachhaltige Stadtentwicklung muss grün sein“, der Titel des Positionspapiers trifft auch auf die Niedersächsischen Städte und Gemeinden zu. Und das Kleingartenwesen gehört hier unverzichtbar dazu. Der LNG wird seine Arbeit auch auf dieses Papier stützen. Das Positionspapier finden Sie im Internet auch unter www.gartenfreunde-niedersachsen.de J.R.

Verbandspräsident Peter Paschke ehrt
Hans-Jörg Kefeder
Foto: BDG

Hohe Auszeichnung durch den BDG

Hans-Jörg Kefeder erhielt Goldene Ehrennadel

Eine besondere Ehrung erhielt der ehemalige Präsident des Landesverbandes Niedersächsischer Gartenfreunde Hans-Jörg Kefeder. Auf dem Verbandstag des Bundesverbandes zeichnete BDG-Präsident Peter Paschke ihn mit der Goldenen Ehrennadel aus. Gleichzeitig trugt Kefeder sich in das Ehrenbuch des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde (BDG) ein.

Hans-Jörg Kefeder erhielt die Auszeichnung für seine besonderen Verdienste für das Kleingartenwesen in Deutschland. Im Gesamtvorstand des Bundesverbandes trug er durch fundierte Beiträge dazu bei, dass richtige und zukunftsweisende Entscheidungen getroffen wurden. Im Kreise der Rechtsanwälte im BDG sorgte er dafür, dass nicht nur die Besonderheiten der östlichen Verbände den Maßstab der Betrachtungen bildeten. Die Berücksichtigung der Entwicklung des Kleingartenwesens im Westen lag ihm am Herzen: sei es bei der Auslegung zur kleingärtnerischen Nutzung oder bei Fragen der Ver- und Entsorgung oder der Zweitwohnungssteuer. Den BDG-Rechtsseminaren hat Kefeder eine besondere Qualität verliehen, als er diese ab 2007 an der Seite des BDG-Präsidiumsmitglieds für Aus- und Weiterbildung managte. Seine Expertise war auch in den BDG-Arbeitsgruppen Recht (seit 2007) und Bodenbelastung (2003) gefragt.

Peter Paschke betonte am Schluss seiner Laudatio: „Der Dachverband  und seine Mitglieder bedanken sich von ganzem Herzen für Hans-Jörgs  unermüdlichen Einsatz für das Kleingartenwesen. Hans-Jörg Kefeder erhält die Goldene Ehrennadel des Bundesverbands Deutscher Gartenfreunde.“

Verbandstag des BDG aus Sicht einer Gast-Delegierten

Der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V. hatte die Mitglieder des Gesamtvorstandes und die Delegierten zum Verbandstag vom 04. bis  06. September 2015 nach Rostock eingeladen.

Auch wir, Andrea Marquardt und Brigitte Lein, vom Bezirksverband Lehrte hatten über den Landesverband Niedersächsischer Gartenfreunde e.V. die Möglichkeit erhalten, als Gastdelegierte und Begleitung an diesem Verbandstag teilzunehmen. Die Anreise dauerte vier Stunden, das Hotel Radisson Blu war schnell gefunden. Im Foyer war bereits ein Kommen und Gehen. BDG Mitglied Dirk Sielmann begrüßte Mitglieder, Delegierte und Gäste, so auch uns. Nach und nach erblickten wir Mitglieder des Landesverband Niedersächsischer Gartenfreunde e.V., von denen wir uns das Procedere eines Verbandstages des BDG erläutern ließen.

Der Freitagnachmittag war den Mitgliedern gewidmet, die zur Gesamtvorstandssitzung geladen waren. So hatten wir die Möglichkeit uns ein wenig in Rostocks Innenstadt umzusehen. Abends brachte uns die Stadtbahn, die zur Sonderfahrt gechartert wurde, in die Stadthalle von Rostock. Unter dem Motto „Mecklenburgischer Abend“ begrüßte Robert Kröger, stellvertretender Vorsitzender des LV der Gartenfreunde Mecklenburg und Vorpommern, die Gartenfreundinnen und Gartenfreunde der 20 Landesverbände. Ein Beitrag der Entstehung der Kleingärten wurde über drei Monitore gesendet. Zum Essen sorgte ein Shanty Chor für musikalische Unterhaltung und es fand ein reger Informationsaustausch der verschiedenen Landesverbände statt.

Der Samstag begann mit einer Festveranstaltung, die durch Peter Paschke, Präsident des BDG, eröffnet wurde. Er begrüßte Dr. Wolfgang Nitzsche, Präsident der Rostocker Bürgerschaft, der in Vertretung von Roland Methling, OB der Hansestadt Rostock, gekommen war, Heidrun Bluhm, MdB, Sprecherin der Bundesfraktion DIE LINKE für Bau- und Wohnungspolitik und ländliche Raumentwicklung, Dr. Barbara Hendricks, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern, Robert Kröger, stellvertretender Vorsitzender, LV Mecklenburg und Vorpommern, die Delegierten und Gäste. Die Vertreter aus der Politik überbrachten Grußworte und gingen auf das Thema Kleingärten in den Städten ein. Sie betonten, wie wichtig diese Anlagen seien und in der Stadtplanung berücksichtigt werden sollten.

Die Festrede hielt Dr. Barbara Hendricks. Sie sprach über Kleingärten, die aus der Mode gekommen waren, da die Vergaben zu strikt waren. Keiner wollte mehr Gemüse anbauen; es war einfacher alles im Supermarkt zu kaufen. Dieses Image habe sich wieder geändert, Kleingärten seien  - Dank der Arbeit der Vorstände - wieder der Trend. Dr. Hendricks spricht von Oasen der Erholung bei Spaziergängen, gerade noch auf der Hauptstraße und schon die Ruhe in den Gärten. Die Vielfalt der Blumen und Sträucher lasse die Hektik entschwinden. Gerade in Ballungsräumen sei es wichtig solche Oasen zu haben. Sie dankt dem BDG für das Engagement bei Verbändegesprächen zum Grünbuch, das sie in Berlin unter „Stadtgrün“ vorstellte. Sie geht auf die soziale Bedeutung der Kleingärtner ein, die einen großen Zusammenhalt haben. „Kleine Aktivitäten der Kleingartenvereine haben eine große Wirkung nach außen“ stellt sie fest. Aktuell seien Flüchtlinge die in unserer Gesellschaft aufgenommen werden müssen, ein Thema. Es reiche nicht ein Dach über dem Kopf, sondern es sei der Zugang über ehrenamtliche Vereine gefragt. Der Prinzessinnengarten in Berlin z.B. würde jede Woche Kinder aus dem Flüchtlingsheim in Marzahn in die Gärten holen. Sie spricht von der demographischen Veränderung in unserer Gesellschaft. Die Nachfrage an Kleingärten in Großstädten sei sehr groß, in ländlichen Regionen beklagt man dagegen mehr und mehr Leerstände in den Kleingartenanlagen. Dies führe dazu entsprechende Nutzungsvorschläge zu erarbeiten.

Die Grußworte und die Festrede wurden von sehr schönen musikalischen Einlagen umrahmt. Zuerst spielte ein 10jähriges Mädchen die Blockflöte, zusammen mit ihrer Musiklehrerin, die die Oboe spielte. Die zweite Einlage wurde von einem 12jährigen Jungen, der Trompete blies, dargeboten. Die dritte Einlage, und die hatte mir besonders gefallen, spielte ein Mädchen auf der Geige in Begleitung vom Klavier.

Der Abschluss der Festveranstaltung galt den Ehrungen verdienter Gartenfreunde: die Verleihung der Peter-Joseph-Lenné-Medaille.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen ging es zur Mitgliederversammlung. Die Regeln sind hier genauso wie in allen Vereinen, das Prozedere muss eingehalten werden. Nach der Begrüßung folgte die Feststellung der Beschlussfähigkeit, die Tagesordnung usw.  Durch die Wahlen gab es keine Verzögerungen, da diese unkompliziert vollzogen werden konnten. Der neue Vorstand war schnell gewählt.

Für die mitgeladenen Partner/innen der Mitglieder, Delegierten und Gastdelegierten, gab es währenddessen Zeit eine Stadtführung durch Rostock mit anschließender Schifffahrt nach Warnemünde. Zum gemeinsamen Abschluss trafen sich alle zum Abendessen im Hotel.

Die Gespräche an den Abenden sind sehr aufschlussreich und wichtig. Hier findet direkter Austausch statt und man lernt die Vorstände aus anderen Landesverbänden kennen. In geselliger Runde haben wir Kleingärtner die besten Ideen und plaudern auch gern von unseren Erfahrungen. Hier können die Neuerungen, die auf solchen Veranstaltungen Anregung finden, diskutiert werden und die theoretischen Ansätze werden bereits mit einigem Leben gefüllt. Wer nun von den Lesern meint, Verbandstage in solcher Form seien wie Urlaub, der war noch nicht dabei. Neben all dem Vergnügen, steckt auch eine Menge Anstrengung, viel Input und Arbeit. Denjenigen, die diesen Verbandstag geplant, organisiert und betreut haben, gebührt großer Respekt und Dank.

Andrea Marquardt

 

Abstimmung vor dem Wahlentscheid: Burkhard Balkenhol im Gespräch mit Manfred Ebs und Andrea Marquardt (v.l.). Verdeckt Peter Kahle

Foto: BDG / Frank Nesslage

 

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