Einladung zum Sommerfest mit großer Tombola


Sommerfest mit großer Tombola – so steht es häufig in der Einladung der Kleingärtnervereine zum Sommerfest.

So eine Tombola lockt an. Der Festausschuss hat über das Jahr Preise erworben, Spenden von Geschäftsleuten zusammengetragen.

Da locken der Flachbildschirm, das Fahrrad oder super Gartengeräte zum Kauf der Lose an.

Aber Achtung. Tombolas im Verein sind so eine Sache. Natürlich sind sie hervorragend geeignet, um Besucher zu werben und Geld in die Vereinskasse zu bekommen.

Aber: "The big boss is watching you!“Der Fiskus schaut genau hin.


Was bei einer Tombola zu beachten ist

Es ist kaum anzunehmen, dass Kleingärtnervereine die Veranstaltung von Tombolas als Satzungszweck festgelegt haben. In der Vergangenheit gab es deshalb immer wieder Diskussionen zwischen Vereinen und Finanzämtern, wie hoch der Anteil der Einnahmen eines Vereins aus solchen Tombolas und Ausspielungen sein darf und was zu versteuern ist.

Hier hat das Bundesfinanzministerium nun eine für Vereine günstige Regelung getroffen.

Nachzulesen ist diese Änderung im Anwendungserlasses zur Abgabenordnung (AO) und mit einem ergänzenden Schreiben für "Tombolas" (Neufassung Ziffer 10 zu § 68, Satz 4 und 5 des Anwendungserlasses zur AO und Schreiben vom 31.1.2013, Az. IV A 3 – S0062/08/10007-15).

Der Verein darf nunmehr das Geld, das er zur Ausübung und Erfüllung seiner satzungsgemäßen Zwecke benötigt, ausschließlich durch Tombolas und Ausspielungen verdienen, wenn er denn möchte. Davon rate ich jedoch ab.

Aber auch dann, wenn Sie nur gelegentlich eine solche Tombola veranstalten, sind diese Neuerungen wichtig. Denn das Finanzamt stellt klar: Lotterien und Ausspielungen gehören zum Zweckbetrieb (nach § 68 Nr. 6 AO), aber nur dann, wenn die Tombola von der zuständigen Behörde genehmigt wurde und wenn der Reinertrag ausschließlich zur Erfüllung der in der Satzung als gemeinnützig anerkannten Zwecke verwendet wird.


So sollte man vorgehen:

Wenn Ihr Verein eine öffentliche Tombola veranstaltet, zu der auch Nichtmitglieder eingeladen sind oder kommen dürfen, muss die Tombola bei der zuständigen Behörde (meist Gemeinde) angemeldet werden.

Hier gelten für gemeinnützige Vereine ein paar Besonderheiten: Öffentliche Lotterien und Ausspielungen unterliegen normalerweise der Lotteriesteuer. Der Steuersatz beträgt 20 Prozent des genehmigten Spielkapitals. Das Spielkapital ist der Gesamtpreis der Lose, ohne Steuer. Das entspricht 16,66 Prozent des Verkaufspreises der Lose. (§ 17 Rennwett- und Lotteriegesetz, RennwLottG).Ihre Lotterie wird von dieser Steuer befreit, wenn Sie diese ordnungsgemäß anmelden und sie den „Wert“ (Ausgabepreis aller Lose) von 40.000 Euro nicht überschreitet.

Aber beachten Sie bitte: Auch wenn Ihre Tombola von der Lotteriesteuer befreit ist, besteht bei umsatzsteuerpflichtigen Vereinen stets die Umsatzsteuerpflicht.

Da die Tombola dem Zweckbetrieb zugeordnet wird, gilt der ermäßigte Steuersatz von 7 %.


Das Finanzamt nicht vergessen!

Unabhängig von der Steuerpflicht oder der Steuerbefreiung, melden Sie Ihre öffentliche Tombola immer dem für Ihren Verein zuständigen Finanzamt.

Ausnahme, der Gesamtpreis der Lose (Anzahl der Lose mal Einzelpreis) beträgt maximal 164 Euro. Der Gesamtwert der Lose darf dabei 650 Euro nicht übersteigen. Aber da heißt es, mitrechnen. Werden die Lose für zwei Euro verkauft, käme man auf 82 Lose. Für die Sachgewinne von 650 € benötigt man bei einem Lospreis von zwei Euro jedoch 325 Lose. Da bleibt nur das vorsorgliche Anmelden beim Finanzamt.

Haben Sie alles verstanden? Dann wünsche ich viel Spaß auf dem Sommerfest und dass alle Lose verkauft werden.

Friedrich Grünberg

 

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