2017-09-15-Ministertreffen Foto Müller  (21)

Kaffeetrinken mit dem Minister

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer löste ein Versprechen ein. 2017 hatten die Landesverbände der Gartenfreunde ein Ministertreffen mit Vertretern der Verbände und Vereine angeregt.

Nun war es soweit. Im idyllischen Essel bei Walsrode traf man sich bei Kaffee und Kuchen. Neben Minister Meyer waren Alexander Burgath und Olaf Armbruster gekommen, die für das Kleingartenwesen im Landwirtschaftsministerium zuständig sind. Aus den Reihen der drei Landesverbände waren über vierzig Gartenfreundinnen und Gartenfreunde nach Essel gereist.

Gut gelaunt begrüßte der Minister. „Ich weiß, was Sie in Ihren Vereinen leisten, für Ihr ehrenamtliches Engagement danke ich ihnen“, betonte er. „Ihre Aktivitäten im Bereich naturnahes Gärtnern sind vorbildlich!“ Und seien sie sich gewiss: „Die Bienen sind ihre Freunde.“ Der Honigertrag in den Städten ist doppelt so hoch wie im ländlichen Raum. Daran hätten die Kleingärtner einen großen Anteil.

Die Landesregierung, so Minister Meyer, will die Gartenfreunde weiter finanziell unterstützen. Auch 2018 sei die Förderung über 65.000 Euro sicher. Trotz Einsparungen in vielen Bereichen wurde die Summe 2017 um 15.000 Euro aufgestockt. „Ihre Bildungsarbeit ist sehr wichtig.“ Dazu gehören die gärtnerische Weiterbildung wir auch die Schulungen der Vorstände mit all ihren Aufgaben. Der Minister freute sich, über die gute Zusammenarbeit mit der Niedersächsischen Gartenakademie. Manfred Weiß, Vorsitzender des Landesverbandes Braunschweig und LNG-Präsident Joachim Roemer hatten vom Gespräch mit der Gartenakademie und der Landwirtschaftskammer berichtet, in dem alle Seiten die unkomplizierte Abwicklung der Förderanträge bestätigt und eine engere Zusammenarbeit bei den Seminaren vereinbart hatten.

Joachim Roemer hatte für den Landesverband Niedersächsischer Gartenfreunde (LNG) wichtige Themen für das Gespräch zusammengestellt. Er begrüßte, dass das zuständige Sozialministerium das Städtebauförderungsprogramm „Zukunft Stadtgrün“ auch in Niedersachsen umsetzen wolle und Kleingartenanlagen in die Förderung einbezogen werden können. Das Antragsverfahren sei für die Kommunen jedoch sehr aufwändig. Erforderlich seien ein städtebauliches Entwicklungskonzept und die Einbindung von Maßnahmen in ein Gesamtkonzept. Da sei es eher Zufall, dass Kleingartenanlagen in die räumliche Kulisse passen.

Ein weiteres für die Gartenfreunde problematisches Thema, so Joachim Roemer, sei die Änderung der Regelungen für Straßenausbaubeiträge. „Wenn Kommunen diese für wiederkehrende Aufwendungen erheben können und dabei Grundeigentümer in einem größeren Einzugsbereich herangezogen werden, dann werden auch Kleingartenanlagen in erhöhtem Maß davon betroffen sein.“ Für die Vereine wären diese Beiträge nicht finanzierbar. Es müsse gewährleistet sein, dass die Beträge gestundet werden, solange die Kleingartenanlage existiert.

Minister Meyer regte an, diese Themen gemeinsam mit den kommunalen Spitzenverbänden zu besprechen. Zur Städtebauförderung solle ein Termin auf Fachebene vereinbart werden, um über die Umsetzung der Richtlinie mit dem Sozialministerium zu sprechen.

Zur weiteren Steigerung der ökologischen Vielfalt in den Kleingartenanlagen schlug der Minister vor, die Förderprogramme des Umweltministeriums zu nutzen. Das Programm Landschaftswerte unterstütze auch die Anlage und Aufwertung naturnaher Biotope in urbanen Bereichen. Für die Gartenfreunde könne auch das Schulobstprogramm des Landes interessant sein, denn die teilnehmenden Schulen müssten als flankierende Maßnahmen zum Beispiel Lehrgärten aufbauen.

Zum Abschluss des Gespräches unterstrich der Minister, „Sie sind unsere grünen Oasen, unsere Grünen Lungen.“ Wenn es um die unveränderte Erhaltung des Bundeskleingartengesetzes geht, dann stehen wir an Ihrer Seite.

Für das nächste Treffen wurde vorgeschlagen, dieses im Rahmen der Landesgartenschau in Bad Iburg durchzuführen. J.R.

 

Über 40 Gartenfreundinnen und Gartenfreunde waren nach Essel gekommen
Foto: Müller

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