Gesamtvorstand tagte in Göttingen

Schulungsarbeit nimmt breiten Raum ein

 

Zweimal im Jahr treffen sich Vorsitzende und Delegierte der Verbände und Vereine im LNG zur Gesamtvorstandssitzung. Dann hat der Vorstand des Landesverbandes Rechenschaft abzulegen über seine Aktivitäten im zurückliegenden Halbjahr.

Die Herbstsitzung fand in Göttingen statt. Der Bezirksverband der Kleingärtner Göttingen hatte am Tagungsort, dem Zentrum für ältere Menschen, für eine angenehme Tagungsatmosphäre gesorgt. Die aus allen Teilen Niedersachsens angereisten Gartenfreundinnen und Gartenfreunde wurden bei Ankunft mit Brötchen und Kaffee versorgt. Die Strapazen der Anreise waren damit schnell vergessen. Die Tagesordnung konnte zügig abgearbeitet werden.

Vorstand legt Rechenschaft ab

Die Berichte machten noch einmal deutlich, wie viele Termine der Landesvorstand in einem halben Jahr zu bewältigen hat. Die Teilnahme an Sitzungen und Veranstaltungen der Verbände und Vereine nimmt viel Zeit in Anspruch. Hinzu kommen Sitzungen des Bundesverbandes, anderer Organisationen und halt die eigenen Vorstandssitzungen. An vielen Samstagen sind Vorstandsmitglieder in den Verbänden unterwegs um Schulungen abzuhalten.

Die Schulungsarbeit gehört zu den wichtigsten Aufgaben. Sie nimmt auch im Haushalt des LNG einen großen Anteil ein. „ Wir können keine neuen Vorstände schnitzen“, betonte LNG-Präsident Joachim Roemer. „ Aber wir können den neu Gewählten das notwendige Rüstzeug mit auf den Weg geben, damit sie ihre Arbeit mit dem notwendigen Fachwissen erledigen können."

Zu Beginn seiner Ausführungen machte Joachim Roemer deutlich, dass intensiv an einer Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltungen gearbeitet werden müsse. Zu häufig erlebe man, wie wenig in den Kommunen die tatsächlichen Leistungen des Kleingartenwesens bekannt seien. Wir müssen den Verbänden und Vereinen Argumente für eine Erhaltung und den Ausbau der Kleingartenanlagen liefern. Wir müssen aber auch die Kommunen davon überzeugen, dass diese sich die Argumente zu Eigen machen.“

Der Trend in die Städte zu ziehen, der Wohnungsbedarf für Geflüchtete, aber auch die anhaltend niedrigen Baudarlehen sowie die wieder aufgenommene Wohnbauförderung führt an vielen Orten zu einem Bauboom. Bauträger versuchen lukrative Flächen zu überplanen. Immer wieder sind Kleingärtnervereine davon betroffen.

"Wir müssen die städtebauliche und die ökologische Bedeutung herausarbeiten", betonte Roemer. Die Verantwortlichen müssen die Vorteile erkennen, wenn die Anlagen zentrumsnah erhalten bleiben. Dabei ist es durchaus möglich, Anlagen mit in die Planungen einzubeziehen. Die für alle Bauvorhaben notwendigen Ausgleichsmaßnahmen lassen sich auch in Kleingartenanlagen verwirklichen. Dazu müssen individuelle Lösungen erarbeitet werden.

Ideen gemeinsam erarbeiten, dazu soll ein Arbeitskreis mit den kommunalen Spitzenverbänden dienen, der schon lange geplant ist. Das erste Treffen sollte auf Einladung des Landwirtschaftsministeriums kurz vor Weihnachten stattfinden.

Joachim Roemer setzte sich in seinem Bericht auch für einen obligatorischen Bezug der Verbandszeitschrift Gartenfreund ein. Unsere Mitglieder haben das Recht, dass wir sie alle über die Arbeit in unseren Verbänden und Vereinen informieren.“ In den Verbänden und Vereine muss dafür die Voraussetzung geschaffen werden. Die Verbandszeitschrift Gartenfreund ist dafür am besten geeignet.

Burkhard Balkenhol, der im LNG für die Vereinsnachrichten im Gartenfreund verantwortlich zeichnet, bescheinigte den Vereinen eine zunehmende Qualität der Beiträge. In manchen Monaten wünsche er sich aber mehr Berichte. Leider würde die Qualität der mit gesandten Fotos dagegen schlechter. Zu häufig würden ungeeignete Handyfotos oder Bilder in geringer Auflösung geliefert. Diese sind dann für den Druck ungeeignet.

Burkhard Balkenhol wies auf die gute Beteiligung bei den Seminaren hin. Viele Gartenfreundinnen und Gartenfreunde nehmen den manchmal langen Weg auf sich, um einen Samstag oder auch ein Wochenende die Schulbank zu drücken. Um das Angebot noch attraktiver zu gestalten werden im LNG derzeit neue Konzepte diskutiert. Grundlage dafür ist eine Umfrage bei den Verbänden über den Bedarf an Schulungen, die Themenwünsche und die Bereitschaft zu fahren. Als Ergebnis könnten zum Beispiele Seminare zu einem Thema auch an Wochentagen in den Abendstunden abgehalten werden. Das, so Burkhard Balkenhol, sei aber abhängig von den finanziellen Möglichkeiten und der Zeit der Referenten.

Mit den Einnahmen und Ausgaben beschäftigten sich die Delegierten bei der Vorstellung des Haushaltsplanes. Schatzmeister Achim Lampe hatte die Zahlen übersichtlich zusammengestellt. Für die Durchführung der Seminare werden 2017 wieder Landesmittel zur Verfügung stehen. Der Landeswettbewerb und die Teilnahme von Mitgliedern am Kongress des Bundesverbandes werden aus dafür gebildeten Rücklagen finanziert. Der Schatzmeister lobte die Zahlungsmoral der Verbände. Alle Beiträge gehen pünktlich ein.

Landesfachberaterin Miriam Soboll berichtete von verschiedenen Veranstaltungsorte die für Fachberaterinnen und Fachberater ein Anziehungspunkt sind. Dazu gehöre der Kaldenhof der Firma Kiepenkerl in Münster mit dem alljährlichen Fachberater-Expertenforum des Wächter-Verlages. Auch der Park der Gärten in Bad Zwischenahn ist immer eine Reise wert. Die Themengärten geben viel Inspiration für Gartengestaltung und Pflanzenwahl. Wer es einrichten kann der sollte die illuminierten Nächte im Park nicht versäumen.

Auf großes Interesse stoßen auch die Treffen der Bezirksfachberatungen. Der Vortrag von Gitta Stahl über die richtige Verwendung von Pflanzen kam sehr gut an. Ebenso die Tipps für den Umgang mit Bienen im Garten.

Den Fokus auf das Jahr 2017

Mit der Freigabe des Haushalts können nun die umfangreichen Aufgaben des Jahres 2017 begonnen werden. Dieses beginnt mit der Beteiligung des LNG an der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20. - 29. Januar. „Das Paradies ist überall“ lautet das Motto der Blumenhalle und der LNG ist mitten drin. Die Berliner Gartenfreunde gestalten dort wie in jedem Jahr einen Kleingarten. Fachberater des LNG werden vielen Besuchern das naturnahe Gärtnern näher bringen.

Einen weiteren Schwerpunkt wird der Landeswettbewerb "Gärten im Städtebau" bilden. Die Jury wird die teilnehmenden Vereine in der Woche vom 29. Mai bis 02. Juni besuchen. In jeweils zwei Stunden werden diese ihre Anlagen und ihre Aktivitäten präsentieren. Für die Juroren wird es eine Tour quer durch Niedersachsen.

In Vorbereitung sind auch die Seminare des LNG. Die angebotenen Grundlagen- und Themenseminare werden wieder auf der Homepage des LNG veröffentlicht. Dazu gehört am 18. Februar ein Versicherungsseminar gemeinsam mit dem Kleingärtner Versicherungsdienst KVD. Dann werden auch Neuerungen bei der Haftpflicht- und bei der Unfallversicherung besprochen. Anmeldungen zu den Seminaren sind über die zuständigen Bezirksverbände möglich.

Am Ende der harmonischen Sitzung dankte Joachim Roemer als Versammlungsleiter allen Teilnehmern für ihre geleistete Arbeit in den Verbänden und Vereinen. Die nächste Gesamtvorstandssitzung wird am 6. Mai 2017 in Holzminden stattfinden. J.R.

 

Banner LNG 26_05_2015_1